(red) Nach Messungen im Februar 2009 wissen Stadtverwaltung und Personalrat verlässlich, dass der abgeblich bereits seit vier Jahren bekannte Schimmel auf Beständen im Keller des Stadtarchives eine Gefährdung für Mitarbeiter und Archivnutzer darstellt. Am kommenden Donnerstag, 10. Dezember 2009, soll der Haupt- und Finanzausschuss den Lösungsvorschlägen von Stadtarchiv Thomas Weiß auf Vorschlag der Verwaltung “grundsätzlich” zustimmen. Doch erst im Frühjahr 2010 soll sich der zuständige Bau- und Liegenschaftsausschuss mit Einzelheiten zur nachhaltigen Behebung der Raum- und Schimmelprobleme des Stadtarchivs befassen. Weiß mahnt: “Die Vernichtung von unersetzbarem Hattinger Kulturgut droht.”
In seiner Stellungnahme schlägt der Stadtarchivar in Abstimmung mit dem Archivamt für Westfalen vor, dem Platzmangel (seit Februar 2009 besteht ein Aufnahmestop für Akten und Dokumente) im Welperfeld übergangsweise durch die Anmietung von 700 Quadratmeter Büroraum im ehemaligen Verwaltungshochhaus der Henrichshütte zu begegnen. In den zunächst für fünf Jahre anzumietenden Räumen könnte nach Einrichtung der erforderlichen Arbeitsplätze sowie Beschaffung von Regalen mit der Wiederaufnahme der Aktenablieferungen der Stadtverwaltung an das Zwischenarchiv umgehend begonnen werden.
Zudem könnte am Ausweichstandort (die Stadt hat eine Verlängerung des Mietvertrages für die Räume an der Hüttenstraße 45 um 10 Jahre ausgehandelt) unter Einhaltung von Gesundheitsschutzmaßnahmen mit der Reinigung des von Schimmel befallenen Archivguts begonnen werden. Die externe Dekontamination durch Spezialfirmen sei, so Weiß, aufgrund des immensen Umfangs der zu reinigenden Akten – immerhin rund 1,6 Regalkilometer – kaum praktikabel und nicht finanzierbar. Erste Anfragen bei Spezialfirmen ergaben ein Kostenvolumen von ca. 350.000 Euro.
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(red) Zum Kulturhauptstadt- Jahr hat die Stadt Hattingen einen neuen Image-Film veröffentlicht, in dem die Stadt sich vorstellt. Das Internet- Video sehen Sie ->
§ 3 Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten
(1) Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten den Vorschriften dieser
Verordnung einschließlich ihres Anhanges entsprechend so eingerichtet und betrieben
werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der
Beschäftigten ausgehen.
Das ist auch für die Verwaltung in Hattingen bindent. Wie aber jetzt hier von der Verwaltung gehandelt wird, ist das schon eine Straftat!
Da es so lange bekannt ist, dass im Archiv einiges im Argen liegt, ist es schon fatal sich dann mal im nächsten Jahr mit dem Problem zu befassen.
Ich glaube die Verantwortlichen der Stadt kennen gar nicht die Tragweite des Problems. Da kann man schon anzweifeln ob die gut dotierten Posten richtig besetzt sind. Abgesehen von der Fürsorgepflicht der Stadt, die hier ja wohl auch mit den Füßen getreten wird.
Man kann letztendlich auch alles schön reden.
Ist denn die teuer bezahlte Verwaltung nicht handlungsfähig, ohne daß sich Hausfrauen, Rentner, Lehrer im Vorruhestand und andere Personen ohne Sachverstand die Köpfe heiß diskutieren?
Auch die Ratsvertreter haben das Recht auf eigenen Antrag in dem Fachausschuss über die Angelegenheit zu diskutieren. Eine Fraktion braucht doch nur einen Antrag zu stellen.
Aber was sich so weit weg anhört, ist in Wirklichkeit so nah: in 22 Tagen geht das Jahr zu Ende. Aber was viel wichtiger ist, alle Beteiligten müssen sich ja auch erst mal sachkundig machen, statt wild drauf loszudiskutieren.
Der Schimmel ist schlimm, doch der seit Jahren beklagte Platzmangel sprengt ja alles. Warum hat niemand auf den singenden Archivar gehört als er um Hilfe rief – ist er nicht in der richtigen Partei? Nein, weil Stadtmuseum und Bibliothek wichtiger waren als die Dokumente zur Stadtgeschichte – mit einem Archiv setzt man sich halt kein Denkmal.
Typisch Stadt, Verzögerungstaktik ist angesagt!
Nur lässt sich das Problem da durch nicht beheben – im Gegenteil, wertvolles Kulturgut verrottet weiter!
• Noch schlimmer ist, was passiert mit den Mitarbeitern?
• Müssen sie noch weiter mit den belasteten Materialien arbeiten?
• Ist nun Arbeiten mit einer ABC-Maske angesagt?
• Oder ist das Schicksal der Bediensten egal?
Wie auch immer, man darf gespannt sein wie es weiter geht.