
So war das Altstadtfest 2010 - war es das letzte? H1-Bild: Archiv Klaus Hesper/Hattingen
Hattingen/Ruhr. Das Altstadtfest 2011 steht auf dem Prüfstand. Schärfere Sicherheitsauflagen nach der Katastrophe von Duisburg und die Sparmaßnahmen des Haushaltsicherungskonzeptes machen neue Konzepte erforderlich. Heute tagte im Rathaus unter Vorsitz von Bürgermeisterin Dagmar Goch eine interne Arbeitsgruppe, die nach einer Lösung suchte. Dabei standen die Sicherheitsfragen im Fokus, so die Verwaltung in einer Pressemitteilung.
Bürgermeisterin Dagmar Goch: “Nach den tragischen Ereignissen bei der Love Parade in Duisburg müssen alle Großveranstaltungen mit schärferen Auflagen rechnen. Uns liegt ganz aktuell einen Erlass des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes NRW vor, der dies deutlich macht. Leider sind aber noch nicht alle Vorschriften so klar gefasst, dass sich eindeutige Konsequenzen ableiten lassen.”
Der Erlass fordert zwingend für Großveranstaltungen Sicherheitskonzepte sowie Genehmigungen in Schriftform. Das Sicherheitskonzept ist mit den betroffenen Dienststellen in einem transparenten Verfahren einvernehmlich abzustimmen. Diese Forderungen basieren auf der Versammlungsstättenverordnung und der Sonderbauverordnung. “Diese gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen gewinnen verständlicher Weise an Aktualität und Bedeutung und erfordern neue Anstrengungen, auch wenn das Altstadtfest in der Vergangenheit als sicher eingeschätzt wurde und wir mit allen betroffenen Behörden einvernehmlich alle Fragen lösen konnten”, so Goch nach der Sitzung.
Bürgermeisterin Dagmar Goch weiter: “Wir wollen das Altstadtfest nächstes Jahr nicht absagen. Aber wir werden alle Sicherheitsfragen gründlich und verantwortlich angehen. Dazu gehört auch die Aufstellung eines Sicherheitskonzeptes. Sollte sich herausstellen, dass dieses Konzept grundlegende Änderungen des Festkonzeptes erforderlich macht, werden wir zusammen mit den Gremien das beraten. Das gilt selbstverständlich auch für eine mögliche Absage!”
Mit Hochdruck werde man, so Fachbereichsleiter Walter Ollenik, an einem Konzept arbeiten und wahrscheinlich auf ein externes Gutachten zurück greifen müssen. Dazu müssen Kosten ermittelt und Zeithorizonte festgelegt werden. “Im Moment tagen Expertenrunden auf vielen Ebenen, wie beim Innenminister in Düsseldorf. Parallel zu den von dort zu erwartenden Anforderungen werden wir selbst schnellstmöglich versuchen entsprechende Konzepte zu erarbeiten. Garantieren können wir zur Zeit aber gar nichts, da das Konzept Auswirkungen auf die Bühnenstandorte, die maximalen Besucherzahlen und auf den Programmablauf haben wird. Wir müssen deshalb mit Programm und Organisation für 2011 zuwarten.”
Thema der Sicherheitskonferenz im Rathaus war auch der Herbstmarkt und das Panhas-Fest. Auch hier werde man sich bemühen, eine Absage zu vermeiden. “Wir haben nur noch wenige Tage Zeit grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. Auch hier arbeiten wir mit Hochdruck an einer Lösung, die den rechtlichen Anforderungen gerecht wird. Auch diese Veranstaltung wurde in der Vergangenheit als sicher eingeschätzt und sorgfältig geplant, sodass wir guten Mutes sind,” so die Bürgermeisterin.