Die Isenburg und ihr sterbender Berg: Ruine der Höhenburg nach Erdrutsch teilweise abgesperrt


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(LRF) Ein Erdrutsch hat in der vergangenen Woche Teile des Nordzugangs zur Ruine der Burg Isenberg (Winzermark) unpassierbar gemacht. Nach Schnee, Frost und Regen rutschten mehrere Kubikmeter Erdreich im Bereich des mittelalterlichen Hauptzugangstores der Höhenburg in den ehemaligen Steinbruch. Zwar droht derzeit für die unterhalb der Burg beheimateten Sportschützen keine Gefahr, doch der ebenerdige Zugang zur Burgruine ist derzeit vom Balkhauser Tal aus nicht mehr möglich!

Eigentlich hatte Emil Frei an die Historie des Friedrichs von Isenberg gedacht, als er 1925 sein Trauerspiel „Der sterbende Berg“ verfasste. Doch der Titel passt gut zur Situation am Nordende der Burgruine: nach wochenlangem Schnee- und Eisdruck hatte der folgende Regen am Kammertor, dem mittelalterlichen Hauptzugang der Burg (ab 1193 von Graf Arnold von Altena- Nienbrügge und seinem Bruder, Erzbischof Adolf von Köln, errichtet und schon 1225 zerstört), große Mengen Erde und Baumbewuchs ins Rutschen gebracht. Und ein fast zwei Meter langer Riss im Erdreich signalisiert bereits jetzt: noch ist der Berg in Bewegung, weitere Hangabbrüche zum ehemaligen Steinbruch von Karl L’hoest sind jederzeit möglich.

Jürgen Uphues vom Fachbereich Stadtkultur und Denkmalpflege der Stadt Hattingen, gegenüber unserem Blog: „Seit 80 Jahren hat sich an dieser Stelle nichts getan, doch jetzt hat Mutter Natur zugeschlagen. Nun ist es wichtig, dass nach dem Abrutschen das Mauerwerk dauerhaft gesichert wird.“ Zwischenzeitlich will die Stadt ein Ingenieurbüro beauftragen, die Standfestigkeit der Mauern zu prüfen. Uphues: „Erst dann kann genau gesagt werden, welche Brisanz die Situation hat.“

Der jüngste Erdrutsch und die aktuelle Bedrohung von Kammertor- und Ringmauer- Resten erinnern an einen Vorfall aus dem vergangenen Jahr: Erst im März 2010 waren Mauern der Ruine Hardenstein eingestürzt, worauf das beliebte Ausflugsziel an der Ruhr bei Witten für mehrere Monate gesperrt werden musste.

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Kategorien: Hattinger Geschichte(n) | 9 Kommentare

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9 Gedanken zu „Die Isenburg und ihr sterbender Berg: Ruine der Höhenburg nach Erdrutsch teilweise abgesperrt

  1. wolfgang1951

    Der Erdrutsch ist in diesem Fall kein Naturereignis, sondern ist eine Folge des ehemaligen Steinbruchs. Wir müssen heute, wenn wir das Objekt als Zeugnis unserer Geschichte erhalten wollen, überlegen, was wir investieren können. Es wäre schön, wenn der Rest des Berges bestehen bleiben kann. Es muß nur machbar sein und die Politik muß entsprechende Mittel bereit stellen. Wichtig ist aber auch, dass die Bürgerschaft ein entsprechendes Interesse und Wohlwollen an dem Projekt hat.

  2. mommerix

    DAS ist Kultur die nach Hattingen gehört und gesichert werden muß. Wir sollten den abgerutschten Hang mit schwarzem und weißen Marmor absichern und mit den Bremer Stadtmusikanten stabilisieren. Dann hat sich die Ausgabe für den Schmarrn wenigstens wirklich für die Kultur in Hattingen bezahlt gemacht!

    • Julius Hattingensis

      Gefällt mir noch besser mit Hattingens Stadtmusikanten: Georg Hartmann als Esel, der alles trägt; Gerhard Nörenberg als Hund, der alles wegbellt; Beate Schiffer als graue Katze, die nie was sagt und Dagmar Goch als Hahn, der dreimal kräht.

  3. Echt Ätzend

    Na ja, schöne Ruine ist wo anders – und ob eine Seilbahn [DELEATUR durch die Redaktion] was an den Naturgesetzen ändert ist ja mehr als fraglich. Fakt ist aber doch, daß jetzt auch dieser Erdrutsch zur Geschichte der Burg gehört ebenso wie der Steinbruch oder der Abbruch. Warum aufhalten, was Geschichte wird?

    • @ Echt Ätzend: In diesem Beitrag haben wir eine Namensnennung gelöscht, da der Genannte sich durch Ihre Beistellung in seiner Ehre verletzt fühlt. Bitte kommentieren Sie künftig fair, offen und nett. Vielen Dank!

  4. gutefeeela

    aber Hauptsache, Hattingen hat ein modernes, nutzloses Marmortor… schade um die schöne Ruine.

  5. stadtbeobachter

    Seilbahn contra Steinefriedhof – dann könnte man auch mal gucken, was über die Kante geht

  6. bloggbasta

    Da die Isenburg in Hattingen eh nur ein Schattendasein führt und schlussendlich nichts anderen ist als ein schwer zugänglicher Steinefriedhof, hält sich die Betroffenheit der Zeitgenossen in Grenzen, wenn die ganze Schose jetzt kapeister geht.

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