Integrationskonferenz im Rathaus: 70 Menschen informieren sich über Medienarbeit in Hattingen


Medienmacher auf dem Podium. Von rechts nach links: Ulrich Laibacher von WAZ, Petra Kamburg, Stadtmuseum, Lars Friedrich, http://www.hattingen-eins.de, Katja Feld, Moderation, Thomas Griersohn-Pflieger, Pressereferent, Andreas Wiese, Radio Ennepe-Ruhr, Bert Sälzer, Grafiker. H1-Bild: Stadt Hattingen

Hattingen/Ruhr. Eine Studie zur Mediennutzung der Hattinger Einwohner hat die Stadt zusammen mit einigen Frewilligen und dem Institut für soziale Innovation Solingen erarbeitet. Hauptbestandteil war eine Umfrage unter rund 300 Hattingern – sowohl eingeborene als zugewanderte Bevölkerung wurde gefragt.

Bei der Integrationskonferenz am vergangenem Freitag, 28. Januar 2011, ging es um die Präsentation einiger Ergebnisse, aber auch um konkrete Medienarbeit. Experten aus Verwaltung und Bürgerschaft boten „Schnupperwerkstätten“ an. So konnte man sich bei Ulrich Laibacher von der örtlichen WAZ-Redaktion über „den Weg in die Zeitung“ informieren. Andreas Wiese von Radio Ennepe-Ruhr nahm den Teilnehmer in seiner Werkstatt die Angst vor dem Interview-Mikrophon.

Viel Zulauf hatten die Angebote, die sich mit den elektronischen Medien beschäftigten. Museumsleiterin Petra Kamburg machte Neulinge mit dem mit dem sozialen Netzwerk Facebook vertraut. Das Stadtmuseum ist seit einigen Monaten dort vertreten. Auch Lars Friedrich baute Berührungsängste ab und empfahl den lokalen Vereinen und Initiativen ein „schnelles, unkompliziertes Blog im Internet“ als Kommunikationsmittel seiner Wahl. Grafiker Bert Sälzer informierte über die Kraft des Plaktes und gab grafische Tipps für einen werbenden Auftritt in der Öffentlichkeit.

Allesamt waren von einigen Ergebnissen der Studie, die in Gänze in wenigen Wochen vorgestellt werden wird, erstaunt. So nutzen mehr Migranten das Internet als einheimische und das türkische Fernsehen ersetzt keineswegs die deutschen Medien, sondern beides wird ergänzend und parallel genutzt. Nummer eins bei der Orientierung im lokalen Raum ist immer noch, neben dem persönlichen Gespräch, die Zeitung. Unklar ist, inwieweit sie in Zukunft durch Lokalnachrichten im Web an Bedeutung verlieren wird. Ihre abnehmende Nutzung unter den jungen Leuten, gleich ob eingeboren oder mit „Migrationshintergrund“, ist jedenfalls zu beobachten.

Für die Stadt erstaunlich ist die starke Wahrnehmung von Flugblättern und Plakaten. Städtische Drucksachen werden erstaunlich oft genutzt. Überhaupt kann man bei der Stadt mit einigen Ergebnisen der Umfrage gut leben. Fast 40 Prozent der Befragten kennen das Bündnis für Familie und mehr als 45 Prozent geben an, die Freiwilligenagentur zu kennen. 25 Prozent kennen die Sprach- und Kulturmittler mehr als 85 Prozent der Befragten wissen den Namen der Hattinger Bürgermeisterin.

Mögliche Konsequenzen für die Medienarbeit der Stadt stellte Pressereferent Thomas Griesohn-Pflieger zusammen. „Es wäre zu überlegen, ob man in einigen Stadtteilen Stadtteilzeitungen fördert“. Mehr Gewicht könnten in Zukunft Flugblätter und Plakate bekommen, die nicht nur ausgehängt und -gelegt werden, sondern auch aktiv verteilt werden könnten. Zudem könne die Stadt dabei helfen, das gute Netzwerk in der Stadt noch besser zu verknüpfen und für alle transparenter zu machen.

Neben Vertretern aus Rat, Integrationsrat, Vereinen und Verbänden war am Freitag auch die Staatssekretärin für Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Zülfiye Kaykin ins Rathaus gekommen. Sie kündigte an, auch in diesem Jahr werde das Land KOMM-IN-Mittel bereit stellen und die kommunalen Projekte zur Integration fördern.

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Kategorien: Aus der Stadtverwaltung, Medienwelt | Hinterlasse einen Kommentar

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