ÖPNV: Kürzungen sollen Städte entlasten


(pen) „Natürlich ist es bedauerlich, wenn Busse weniger häufig fahren, Linien gekürzt oder gar eingestellt werden. Mit Blick auf die Lage in den kommunalen Kassen müssen wir aber den Sinn aller Ausgaben auf den Prüfstand stellen und dort sparen, wo es uns möglich erscheint.“ Mit dieser Einschätzung reagiert Dr. Jürgen Brückner, für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständiger Fachbereichsleiter der Kreisverwaltung, auf die Reaktionen zu vorgeschlagenen Kürzungen im Busverkehr.

Diese sind unter anderen in den Städten Gevelsberg, Hattingen und Wetter auf Ablehnung gestoßen. „Auch wir denken an die Bürger, die nicht mehr so mobil sind oder denen kein Auto zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite muss aber die Diskussion darüber möglich sein, ob wir es uns momentan leisten können, fast leere Busse auf die Linien zu schicken“, gibt Brückner zu bedenken. Mit „wir“ meint er dabei sowohl den Kreis als auch die Städte. „Auch die Ausgaben für den Öffentlichen Personennahverkehr werden letztendlich über die Kreisumlage finanziert. Sind die von uns in diesem Bereich einplanten Einsparungen durch die Einsprüche der Städte nicht realisierbar, sinkt unser Spielraum in Sachen Kreisumlage. Darüber müssen sich die Städte im Klaren sein“, verdeutlicht er die Zusammenhänge. Viele Möglichkeiten, um den Kreishaushalt und die Städte zu entlasten, habe der Kreis nicht. 75 bis 80 Prozent bestünden aus Ausgaben für weitgehend gesetzlich geregelte soziale Leistungen. „Beim Personal sind wir eine der schlankesten Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig weist Brückner daraufhin, dass die Entscheidung über die jetzt diskutierten Kürzungen nicht im März sondern frühestens im Sommer fallen werde.

Brückner wiederholt, dass es Ziel des Kreises sei, das Nahverkehrsangebot mit Blick auf die Wünsche der Fahrgäste aber auch auf die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen auszurichten. Dafür würden jährlich rund 11 Millionen Euro bereitgestellt. Ausgestaltet wird diese Aufgabe mit dem Nahverkehrsplan, der eine tragfähige und finanziell realistische Grundlage für den Öffentlichen Personennahverkehr schafft. Der Plan wurde zuletzt 2009 durch den Kreistag beschlossen und formuliert unter anderem Rahmenvorgaben für das Fahrplanangebot und die Infrastruktur (Ausstattung von Fahrzeugen und Haltestellen), die durch die Verkehrsunternehmen umzusetzen sind.

Advertisements
Kategorien: Aus der Redaktion | Ein Kommentar

Beitragsnavigation

Ein Gedanke zu „ÖPNV: Kürzungen sollen Städte entlasten

  1. wolfgang1951

    Was 2009 noch umeltfreundlich war, was damals noch gut für die Erschliessung der ländlichen Naherholungsgebiete war, kann in 2011 nicht verkehrt sein! Dem zuständigen Kreisdenerzenten fehlt wohl die nötige Fantasie für eine auf die Zukunft ausgerichtete Politik.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: