Kunstrasendebatte: Hedefspor sieht sich gegenüber den Hattinger Traditions-Vereinen benachteiligt


(red) Zur aktuellen Diskussion um die Einrichtung von Kunstrasen- plätzen in Hattingen sorgt sich Arif Turan, Vorsitzender von Hedefspor Hattingen e.V., in einem offenen Brief an Hattingens Sportdezernentin Beate Schiffer und die  Mitglieder des Sportausschusses um die Gleichbehandlung der Vereine in Hattingen und stellt die Argumente dar, die für einen Kunstrasen im Rauendahl sprechen. Sein Brief, so der Sportfunktionär, sei notwendig geworden „um zu vermeiden, dass wir, wie vor dem ersten Beschluss, ignoriert werden.“

Arif Turan schreibt weiter: „Bei sachlich-objektiver Betrachtung der bisherigen Debatte, die die Umwandlung von Ascheplätzen in Kunstrasenplätze in Hattingen zum Gegenstand hat, und des bisherigen Beschlusses lässt sich feststellen, dass die sog. Traditionsvereine vom Sportausschuss und von der Stadtverordnetenversammlung bevorzugt behandelt wurden und werden. Nur welche Argumente der Traditionsvereine sind nun wirklich als Kriterium für den Bau eines Kunstrasenplatzes zu betrachten?

Die häufig genannte Schulnutzung kann in der Argumentation keine übergeordnete oder zentrale Rolle spielen, da ein Kunstrasenplatz ausschließlich die Sportarten Fußball und Feldhockey befördert. Die Umwandlung eines Rasen- oder Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz hätte zur Folge, dass sämtliche Wurfdisziplinen der Leichtathletik als Inhalt des Sportunterrichts aus dem Curriculum gestrichen werden müssten, da die Wurfgeräte den Kunstrasen schädigen würden. Außerdem sollte man feststellen, wie viele Stunden des jährlichen Sportunterrichts, denn tatsächlich auf dem Sportplatz und nicht in der Halle stattfinden.

Der Großteil des Sportunterrichts auf dem Sportplatz spielt sich auf der Laufbahn ab, dafür bedarf es keines Kunstrasenplatzes. Ein Blick in die nahe regionale Umgebung, wo es überall bereits Kunstrasenplätze gibt, zeigt, dass das Kriterium Schulnutzung nirgendwo von zentraler Bedeutung ist. Selbst in der von der Universität Wuppertal durchgeführten Studie „Sportentwicklung in Hattingen“ ist unter dem Punkt Schulbedarf nur von der Hallennutzung durch die Schulen die Rede. Kunstrasenplätze fördern die Entwicklung eines Fußballvereines. Jede weitere Nutzungsmöglichkeit gilt als untergeordnet und kann nicht als Entscheidungskriterium betrachtet werden.

Die Sanierung eines Ascheplatzes, wie von einer Stelle aus gefordert, ist auf der einen Seite nicht mehr zeitgemäß und auf der anderen Seite im Strategiekonzept 2020 der Stadt Hattingen auch nicht vorgesehen. Daher kann die Sanierung eines Ascheplatzes nicht als politisch vertretbare Lösung angesehen werden.

Ein Kunstrasenplatz würde auch dem infrastrukturell benachteiligtem Standort Rauendahl zu Gute kommen. Nachdem die Grundschule geschlossen wurde und auch die Öffnungszeiten des örtlichen Kinder- und Jugendtreffs stark verringert wurden und weiter werden, gibt es im Rauendahl keine Institution, die Kinder und Jugendarbeit fördert, außer dem Kindergarten und Hedefspor Hattingen. Hedefspor Hattingen bietet Kindern und Jugendlichen im Alter von 3-19 Jahren die Möglichkeit sportlicher Betätigung, ein soziales Umfeld, Raum, Zeit und Atmosphäre personaler und sozialer Entfaltung. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit als Erwachsene in der Seniorenabteilung von Hedefspor Hattingen weiterhin Fußball zu spielen. Als weiteres Kriterium ist die finanzielle Eigenbeteiligung durch den Rat der Stadt Hattingen festgelegt worden.

Hierbei tun sich alle bevorzugten Vereine schwer den Anteil von 150.000 Euro zu tragen. Der einzige Verein, der die geforderte Eigenbeteiligung bereits zum derzeitigen Zeitpunkt garantiert, ist Hedefspor Hattingen, wird jedoch nicht bevorzugt behandelt. Um eine sachliche und faire Beschlussfindung zu unterstützen, plädieren wir daher für einen Beschluss, der den Bau von fünf Kunstrasenplätzen in fünf Jahren beinhaltet, wobei der Anfang im Rauendahl gemacht werden kann, um den anderen Vereinen die nötige Zeit zu geben die Eigenbeteiligung zu erwirtschaften. Der erste Bagger könnte nach dem Ende der Saison 2011/2012(ca. Mai) im Rauendahl auf dem Platz an der Munscheidstraße rollen. Die Stadt Hattingen würde somit den Hattinger Fußball als Ganzes aufwerten und dem heutigen infrastrukturellen Standard im Fußball gerecht werden. Jeder Verein hätte somit Planungssicherheit und muss sich in seiner Existenz nicht bedroht sehen, sondern darf auf eine positive Entwicklung des Vereins hoffen.

Sollte jedoch eine neue Verwaltungsvorlage erstellt werden, die die Umwandlung eines Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz im Rauendahl nicht berücksichtigt, behalten wir uns als Hedefspor Hattingen vor alle Möglichkeiten, die uns die demokratische Gesellschaft bietet, zu nutzen, um einen Kunstrasenplatz im Rauendahl zu realisieren.“

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Kategorien: Aus dem Vereinsleben, Kommunalpolitik | Hinterlasse einen Kommentar

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