Tipps zur Inhalationstherapie bei COPD und Asthma


H1-Bild: Veranstalter

(red) Am Samstag, 7. Mai 2011, findet von 9  bis 18 Uhr im Westfälisches Industriemuseum Henrichshütte das 4. Symposium Lunge unter dem Titel „COPD und Lungenemphysem – Welches sind die entscheidenden Therapiesäulen? Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung“  statt.

Organisator Jens Lingemann berichtet jetzt wöchentlich über ein Veranstaltungshighlight – heute über den Vortrag von Dr. med Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Med. Klinik III mit Schwerpunkt Pneumologie, Allergologie, Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin im Interdisziplinären Lungenzentrum am Krankenhaus Bethanien in Moers, der auf dem Symposium Lunge 2011 am 7. Mai 2011 in Hattingen zum Thema Lungentransplantation einen Vortrag halten werden.

Die Inhalation von Medikamenten ist die bedeutendste Therapieform zur Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD und des Asthma bronchiale. Die Wirksamkeit der Medikamente wird aber nicht nur bestimmt von den Eigenschaften ihrer Substanz, sondern von der tatsächlich im Bronchialsystem deponierten Dosis. Diese ist entscheidend von der Art des verwendeten Inhalationssystems und dessen korrekter Anwendung abhängig.

Die unterschiedlichen, zur Verfügung stehenden Inhalationssysteme bieten einerseits die Möglichkeit, für jeden Patienten ein geeignetes Inhalationssystem entsprechend seiner geistigen und manuellen Fähigkeiten, aber auch angepasst an den Schweregrad seiner Erkrankung auszuwählen. Andererseits stellen sie erhebliche Anforderungen an den verordnenden Arzt, da er sehr spezielle Kenntnisse der Vor- und Nachteile einzelner Inhalationssysteme und einen guten Überblick über die verfügbaren Systeme haben sollte.

Die größte Bedeutung für die Behandlung obstruktiver Atemwegserkrankungen haben treibgasbetriebene Dosieraerosole, Trockenpulverinhalatoren und Druckluft- bzw. Ultraschallvernebler. Daneben gibt es ein neueres System, den Respimat®, der genau genommen der einzige Vertreter einer neuen Art ist.

In Trockenpulverinhalatoren liegt das Medikament in der Regel als ein Gemisch aus Wirkstoff und Laktose vor. Die Laktose erhöht die Fließeigenschaften des Gemischs und die Dosiergenauigkeit. Außerdem sind die Dosisabgabe und die Entstehung sog. respirabler Partikel (das sind die Medikamentteilchen, die effektiv eingeatmet werden können) abhängig von der Stärke des Inspirationsflusses. Der Inspirationsfluss des Patienten durch das Inhalationssystem (d.h. die Stärke, mit der er das Medikament einatmet) ist die entscheidende Kraft und damit auch die entscheidende mögliche Fehlerquelle bei der Benutzung. Es ist unbedingt darauf achten, nicht in das Gerät auszuatmen. Denn jeglicher Eintrag von Feuchtigkeit führt zu einer Verklumpung des Pulvers, so dass nicht mehr die vorgesehene Dosis eingeatmet werden kann.

Bei treibgasbetriebenen Dosieraerosolen ist die Situation ganz anders als bei Trockenpulverinhalatoren. Die Wirkstoffteilchen liegen entweder in Form einer Suspension (in Form einer Mischung von festen und flüssigen Teilen) oder gelöst im Treibgas vor – d.h. die Medikamententeilchen haben bereits eine werksseitig festgelegte Größe. Ausgebracht wird der Wirkstoff durch ein Treibgas. Dosierung und Teilchengrößenverteilung sind unabhängig vom Inspirationsfluss des Patienten.

Die Schwierigkeit bei der Anwendung von treibgasbetriebenen Dosieraerosolen liegt vor allem in der exakten Koordination zwischen der Auslösung eines Hubes und der Einatmung. Diese Koordination kann erheblich durch die Benutzung eines sog. Spacers vereinfacht werden. Somit wird somit die Einbringung des Medikamentes in das Bronchialsystem deutlich erhöht. Spacer führen außerdem zu einer Verminderung der unerwünschten Nebenwirkungen im Rachen- und Kehlkopfbereich. Dies gilt insbesondere für inhalierbares Cortison, welches bei Ablagerung im Rachen- und Kehlkopfbereich zu Pilzinfektionen (Soor) und Heiserkeit führen kann. Es ist jedoch wichtig, dass immer nur ein Sprühstoß in den Spacer hineingegeben und der Wirkstoff mit drei langsamen und tiefen Einatmungen herausgeatmet wird. Insbesondere für Patienten mit Koordinationsproblemen und für Patienten mit schwerer Atemwegsverengung empfiehlt sich die Benutzung eines Dosieraerosols mit einem Spacer.

Der Respimat® arbeitet mit einer Kartusche, die eine Medikamentenlösung enthält. Er ist für praktisch alle Patienten, insbesondere jedoch für Patienten mit einer schweren Atemwegsverengung und mit Koordinationsproblemen empfehlenswert.

Die Benutzung von Ultraschall- oder Druckluftverneblern kann sehr hilfreich sein, wenn Patienten mit keinem der anderen Inhalationssysteme wirklich gut zurechtkommen. Man muss aber bedenken, dass die Inhalation ca. 15 Min. dauert und die Einbringung des Wirkstoffes in das Bronchialsystem nicht größer ist als bei einer korrekten Inhalation aus einem Trockenpulverinhalator oder Dosieraerosol. Auch sollten Ultraschall- oder Druckluftvernebler wegen des Risikos der Übertragung von Keimen nicht von mehreren Patienten benutzt werden.

Zusammenfassung: Jeder Patient kann heute mit einem individuell geeigneten Inhalationssystem versorgt werden. Bei der Verordnung müssen nicht nur die Erkrankung, sondern auch deren Schweregrade sowie die Gesamtsituation des Patienten mit seinen individuellen Fähigkeiten bedacht werden.
Stets muss eine intensive Einübung der korrekten Handhabung des Inhalationssystems erfolgen. Beim ersten Arztbesuch nach der Verordnung und bei Bedarf sollte das korrekte Inhalationsmanöver erneut überprüft werden. Ein Austausch des verordneten Inhalationsgerätes durch den Apotheker ohne Rücksprache mit dem Arzt und ohne erneute Einübung des Inhalationsvorganges darf nicht toleriert werden!

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Kategorien: Gesundheit & Mobilität, Symposium Lunge | Hinterlasse einen Kommentar

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