Ein Buch gegen das Vergessen und für das Erinnern


Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund und Olga Rensch, IBB-Mitarbeiterin, präsentierten den Bildband "Verlorene Orte, gebrochene Biografien". Mit großformatigen Fotos von Rüdiger Lubricht erzählt der Bildband die Geschichte der betroffenen Menschen in der verstrahlten Region um Tschernobyl. H1-Foto: IBB

(red) Als am 26. April 1986 in Tschernobyl der Reaktorblock des Lenin-Atomkraftwerkes explodierte, kam es zum atomaren Super-GAU. Radioaktivität von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben wurde freigesetzt, rund 400 Dörfer evakuiert, die Menschen zwangsumgesiedelt. In diesen Geisterstädten entstehen seit 2003 Rüdiger Lubrichts Fotografien: Der plötzliche Aufbruch ist schmerzlich anzusehen. Trotz der Zerstörung und der unsichtbaren, aber spürbaren Gefahr, vermitteln seine Bilder eine magisch wirkende Ruhe und Ästhetik.

Die fotografische Spurensuche Lubrichts führt auch zu den „Alten“: Sie sind trotz Sperrgebiet und Evakuierung wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihre Porträts wirken wie aus einer anderen Welt – alte Frauen mit Kopftüchern inmitten von Weißkohlbergen, üppig bestickten Kissen, ohne Strom und fließend Wasser – die Vorräte im Wohnzimmer, damit man den Winter irgendwie überlebt.

Liquidatoren. Menschen, die in den verstrahlten Gebieten zu Rettungs- und Aufräumungsarbeiten eingesetzt waren. Sie haben den brennenden Reaktorblock zugeschüttet und so für ganz Europa eine noch größere Katastrophe verhindert, kontaminiertes Erdreich abgetragen oder Menschen evakuiert… Ihre Porträts und Geschichten finden in diesem Buch Beachtung – als erschütternde Zeitzeugnisse und Mahnung zugleich. Denn viele Liquidatoren kämpfen auch heute noch um ihre staatliche Anerkennung und die damit verbundene finanzielle wie medizinische Unterstützung.

Peter Junge-Wentrup (Hrsg., IBB Dortmund)
Verlorene Orte | Gebrochene Biografien
Fotografien | Rüdiger Lubricht
Mit einem Vorwort von Dr. Astrid Sahm

120 Seiten, Gebunden
ISBN 978-3-935950-11-4
€ 25,— / € 20,— (am Ausstellungsort)

Internationales Bildungs- und Begegnungswerk
http://www.ibb-d.de

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