Erster Frauentag am 19. März 1911/ Grüne: „Nach 100 Jahre noch immer keine Gleichberechtigung“


(red) Am 19. März 1911 feierten Frauenrechtlerinnen in Deutschland zum ersten Mal den Frauentag, der sich heute zum 100. Mal jährt. Das zentrale Anliegen war damals das Wahlrecht für Frauen. Im Jahr 1977 haben die Vereinten Nationen den 8. März zum „Internationalen Tag für die Rechte der Frau“ ernannt.

„In den letzten 100 Jahren haben die Frauenbewegungen viel erreicht: Seit 1918 dürfen Frauen wählen und das 1949 verabschiedete Grundgesetz stellt Frauen und Männer gleich“, sagte Verena Schäffer, frauenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion in einer Presseaussendung. Mit zwei Frauen an der Spitze der Landesregierung in Düsseldorf ist die Gleichstellung im bevölkerungsreichsten Bundesland sichtbar. „Und auch im Ennepe- Ruhr- Kreis zeigen Frauen als Bürgermeisterinnen der Städte Hattingen, Herdecke und Witten, dass 100 Jahre Einsatz für die Gleichberechtigung Früchte getragen haben“, so die Wittenerin weiter. Doch obwohl über die Jahre viele Erfolge erzielt wurden, sei eine gleichberechtigte Teilhabe an allen politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen bis heute nicht erreicht.

Auch Irmingard Schewe-Gerigk, die in ihrer Zeit als frauenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion viel für die Gleichstellung erreicht hat, muss Wasser in den Wein schütten: „Frauen sind noch immer unterrepräsentiert in Führungspositionen von Politik und Wirtschaft und verdienen im Durchschnitt 23 Prozent weniger als Männer für gleichwertige Arbeit. Im Landtag von Nordrhein-Westfalen liegt der Frauenanteil 93 Jahre nach Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen bei gerade einmal 27 Prozent. Und auch in den Kommunalparlamenten bei uns im EN-Kreis sieht es nicht viel besser aus“, fügte Schewe-Gerigk, die auch Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes ist, an. Zudem seien Frauen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Opfer von Gewalt zu werden, auch hier in Nordrhein-Westfalen.

Schäffer und Schewe-Gerigk sind sich einig: „Auch nach 100 Jahren gibt es für uns Grüne noch viel zu tun: Unser Ziel ist und bleibt eine geschlechtergerechte Gesellschaft.“

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