Demenz: Kampagne „Klar dabei!“ startet in Witten


Freuen sich auf die Auftaktveranstaltung in Witten: Kerstin Lohmann (Demenznetzwerk Witten, Wetter, Herdecke), Susanne Auferkorte (Demenznetzwerk EN-Süd), Maria-Elisabeth Warnecke (KompetenzNetzwerk Hattingen, Sprockhövel) und Elke Zeller. H1-Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

(pen) Mit der Kampagne „Klar dabei!“ wollen die Kreisverwaltung und die Selbsthilfekontaktstellen im Ennepe-Ruhr-Kreis für einen bewussten und selbstverständlicheren Umgang mit Demenz werben.

„Außerdem ist unser Ziel, es Betroffenen und ihren Angehörigen zu ermöglichen, mehr als bisher am sozialen und kulturellen Leben teilzuhaben“, erläutert Elke Zeller, die als Mitarbeiterin des Fachbereiches Soziales und Gesundheit das Projekt koordiniert. Um dies zu erreichen, setzen die Initiatoren auf viele kleine Schritte, die unter dem Strich ein großes Ganzes und damit deutliche Fortschritte bringen sollen.

„Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Bürger, Unternehmen und Organisationen mit einfachen Ideen, die das Leben für Menschen mit Demenz verbessern und den Umgang mit ihnen alltäglicher machen, einbringen würden. Nachbarn, Freunde, Unternehmen und Vereine – sie alle können Beiträge leisten, damit sich Erkrankte weiterhin willkommen und akzeptiert füllen und sich nicht zurückziehen“, wirbt Zeller für eine aktive Teilnahme an der Kampagne.

Der Startschuss fällt am Sonntag, 20. März, mit der Matinee: Maria-Elisabeth Warnecke im voll besetzten Haus Witten. Die Auftaktveranstaltung, zu der auch Landrat Dr. Arnim Brux und Wittens stellvertretender Bürgermeister Hans-Ulrich Kieselbach erwartet werden, bietet neben Musik, Gesprächen und Informationen die Möglichkeit, sich über „Klar dabei!“ zu informieren. Eingeladen wurden aber insbesondere Menschen mit Demenz und ihre Familien. Das damit verbundene Signal ist klar: Sie sollen sich willkommen und akzeptiert sowie in das soziale und kulturelle Leben einbezogen füllen.

Dies ist kein Selbstzweck, denn es muss darum gehen, Menschen mit Demenz möglichst lange ein Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. „Die Diagnose verunsichert die Betroffenen und führt nicht selten zum Rückzug“, berichtet Zeller. Doch Isolation sei gerade in den ersten Jahren der Erkrankung der völlig falsche Weg. Vielmehr gelte aktiv und dabei sein für Experten als wirksamste Präventivmaßnahme, um den Krankheitsverlauf zu verzögern. Hierfür müssten aber Rahmenbedingungen geschaffen werden, die der Verunsicherung der Betroffenen entgegenwirken. „Uns geht es beispielsweise darum, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe zu erreichen. Nicht jeder ältere Kunde, der ohne zu zahlen geht, ist beispielsweise gleich ein Krimineller. Hinter einem solchen ´Vergessen´ kann auch eine beginnende Demenz stecken“, nennt Zeller ein Beispiel und spricht sich gegen unbedachte Diskriminierung aus. Insgesamt müsse die Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Demenz Schritt für Schritt „normalisiert“ werden.

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Kategorien: ENneu - Von Ennepe und Ruhr, Witten | Hinterlasse einen Kommentar

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