100 Jahre Frauentag: Ohne Quote passiert nichts


Für die Frauenquote sprachen sich (von linls) Christel Humme, „Männerforscher“ Thomas Gesterkamp, Polizeipräsidentin Diana Ewert und Thomas Stotko aus. H1-Bild: Partei

(red) „Natürlich bin ich eine Quoten-Frau!“ Davon zeigte sich die SPD- Bundestagsabgeordnete Christel Humme beim Fest zum 100-jährigen Bestehen des Frauentages im „Mondo“ am Saalbau überzeugt: „Die Quote für Mandate wurde von der SPD 1998 eingeführt, ich bin 1998 zum ersten Mal in den Bundestag gewählt worden – noch Fragen?“

Die Frauenquote in ihrer Partei einzuführen, sei nicht einfach gewesen, sogar die ASF, die Frauenorganisation in der SPD, sei zunächst skeptisch gewesen. Aber inzwischen wisse man: „Ohne Quote passiert nichts.“ Auch die Bochumer Polizeipräsidentin Diana Ewert sprach sich für die Quote aus: „Sie nützt beiden Geschlechtern“. Übrigens sei die deutsche Wirtschaft in dieser Frage „schon viel weiter“ als CDU- Familienministerin Schröder.

Thomas Gesterkamp, Autor des Buches „Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere“, forderte, nicht „frauenpolitisch“, sondern „geschlechtspolitisch“ zu diskutieren: „Den Kindern fehlen die Männer.“ Deshalb seien „mehr Männer in Frauenberufen“ nötig. das passiere aber nur, wenn die Bezahlung deutlich besser werde. Dass Frauen trotz bester Ausbildung selten in „die Führungsetage“ vordringen, liege wohl auch daran, dass sie im Gegensatz zu Männern „oft mit dem zufrieden sind, was sie tun“, meinte Diana Ewert. Aber wenn es doch mal eine Frau an die Spitze geschafft habe, dann werde das auch von den männlichen Mitarbeitern positiv gesehen: „Man lässt sich lieber von einer Frau überzeugen als von einem Mann anschreien“.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Stotko, der die Diskussion moderierte, wollte „so gern ein moderner Vater“ sein, aber das komme „bei den Leuten nicht an“. Die Arbeitskultur sei „mütter- und väterfeindlich“, meinte Gesterkamp dazu. Christel Humme stimmte ihm zu: „Strukturen verfestigen Rollen, deshalb müssen wir diese Strukturen aufbrechen.“ Nötig seien dazu vor allem bessere Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitszeiten. Für beste Unterhaltung sorgte die Dortmunder Kabarettistin Franziska Mense- Moritz mit Ausschnitten aus ihrem aktuellen Programm „Ich sachma: Normal!“.

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Kategorien: ENneu - Von Ennepe und Ruhr, Kommunalpolitik, Witten | Hinterlasse einen Kommentar

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