Netzwerk soll Verbreitung von MRSA eindämmen


(pen) Der Fachbereich Soziales und Gesundheit des Ennepe-Ruhr-Kreises rückt mit einer Veranstaltung am Mittwoch, 30. März, Probleme mit multiresistenten Erregern in den Blickpunkt. Hinter MRSA, so die Abkürzung der wohl bekanntesten Form, verbergen sich widerstandsfähige Bakterien, die auch mit Antibiotika nur schwer zu behandeln sind und daher Einrichtungen des Gesundheitswesens vor erhebliche Herausforderungen stellen.

Auch wenn die statistische Erfassung für MRSA nicht vollständig ist, sind sich Experten einig: Im Vergleich zu Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark, wo Kontroll- und Präventionsstrategien konsequenter umgesetzt werden, kommen Infektionen in Deutschland wesentlich häufiger vor. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis geht der Fachbereich Soziales und Gesundheit von mindestens 200 Fällen pro Jahr aus.

„Allen Akteuren im Gesundheitswesen ist klar, dass MRSA nur im Kollektiv zu bewältigen ist. Daher möchten wir die Zusammenarbeit intensivieren, den Austausch fördern und so einen Beitrag leisten, um die weitere Ausbreitung zu verringern und so die mit MRSA verbundenen Herausforderungen bewältigen“, nennen die Netzwerkkoordinatorinnen Dr. Sabine Klinke-Rehbein und Andrea Heeren Ziele des Treffens im Wittener Lukas-Zentrum.

In Vorträgen geht es dann beispielsweise um Infektionsprävention, die Problemlage aus Sicht der Krankenhäuser und die Bedeutung von MRSA für niedergelassene Ärzte und Pflegedienste. Die Kreisverwaltung stellt die Ergebnisse einer Fragenbogenaktion vom Dezember letzten Jahres vor. Als Expertin wird Dr. Inka Daniels-Haardt vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW referieren, außerdem werden Referenten aus dem Gesundheitswesen des Ennepe-Ruhr-Kreises erwartet.

Die Veranstaltung betrachten Dr. Klinke-Rehbein und Heeren als Auftakt. „Wir müssen und wollen uns in Zukunft regelmäßig zusammensetzen und so Schritt für Schritt ein Netzwerk unter den Einrichtungen schaffen, die von MRSA und anderen multiresistenten Erregern betroffen sind.“ Durch den Austausch von Wissen und Know-how sowie die enge Zusammenarbeit soll der Schutz der Bevölkerung mittelfristig deutlich verbessert werden.

Ziele des Netzwerkes sind unter anderem die einheitliche Erfassung von Fällen, Standards für die Behandlung von MRSA-Patienten, die Schulung des Personals und eine Vernetzung verschiedener Versorgungsbereiche. Denn: MRSA ist längst nicht mehr nur für Krankenhäuser relevant. Nach der Entlassung betroffener Patienten kommen Pfleger beispielsweise beim Krankentransport oder bei der ambulanten Betreuung mit dem Bakterium in Kontakt. „Besondere Probleme treten an den Schnittstellen im Versorgungssystem auf. Beispielsweise dann, wenn ein Krankentransport nicht über die MRSA-Infektion informiert wird und damit die nötigen Hygienemaßnahmen nicht eingeleitet werden“, nennen die Koordinatorinnen eines von vielen Beispielen.

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