Das Ende des schulpolitischen Kirchturmdenkens? Podiumsdiskussion mit kreisweiter Beteiligung


Peter Gerigk, Verena Schäffer, Irmingard Schewe-Gerigk, Sigrid Beer, Ulli Winkelmann, sowie Heiko Müller, Leiter des Herdecker Schulamts. H1-Bild: Partei

(red) Die Schule von morgen und der Weg dahin waren Thema einer Diskussionsveranstaltung am Mittwoch in der Herdecker Hauptschule. Moderiert von Peter Gerigk, Sprecher der Grünen Fraktion im Herdecker Rat, diskutierten vor Gästen aus dem gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis Sigrid Beer, Heiko Müller, Leiter des Herdecker Schulamts, und Ulli Winkelmann, Sozialpädagoge und Lehrer an der Hauptschule Niedersprockhövel und Mit- Initiator der Gemeinschaftsschule Sprockhövel.

 

Im Laufe der lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass Schule neu gedacht werden müsse und dabei nicht allein die Struktur, sondern auch die Qualität der Bildung im Mittelpunkt stehen müsse, auch wenn das nicht immer einfach ist, so die Veranstalter in einer Presseaussednung vom heutigen Tag. „Wie müssen uns überlegen, wie wir die Schule für die Schüler attraktiv machen und dabei auch schon die Eltern der jetzigen Kindergartenkinder einbeziehen. Sonst ist in wenigen Jahren der Zug abgefahren, gerade im ländlichen Raum“, sagte Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. Schließlich führe der demographische Wandel in einigen Kreisen Nordrhein-Westfalens zu einem Schülerrückgang von bis zu 27% in den nächsten fünf Jahren.

Die Probleme rückläufiger Schülerzahlen machen auch vor Wetter und Herdecke nicht halt. Heiko Müller, Schulamtsleiter der Stadt Herdecke, legte Prognosen und Zahlen dar, wonach es beispielsweise für die Hauptschule in Herdecke derzeit nur neun Anmeldungen gibt. Damit kann keine Eingangsklasse mehr gebildet werden. Diese, wie auch die Zahlen aus anderen Städten des Kreises wurden als deutlicher Hinweis gesehen, dass die Zeit des Kirchturmdenkens vorbei ist. Ulli Winkelmann zeigte anhand seiner Erfahrungen mit dem unvollendeten Aufbau der Gemeinschaftsschule Sprockhövel auf, dass gerade dieses Kirchturmdenken einer der Stolpersteine in Sprockhövel gewesen sei. „Es braucht nicht nur eine frühzeitige und Städte übergreifende Schul-Planung. Auch die Wünsche der Eltern müssen direkt mit einbezogen werden“, sagte Winkelmann.

Sigrid Beer ermutigte alle Beteiligten im Ennepe-Ruhr-Kreis, neue, zukunftsfähige Modelle zu denken und anzugehen. „Wir müssen nicht mehr nur nach Finnland oder Schweden schauen. Mittlerweile gibt es auch bei uns in Nordrhein-Westfalen viele Beispiele für gute Schulen“, sagte Beer. Jetzt gelte es loszugehen, schließlich muss es das Ziel aller Beteiligten sein, den Kindern eine hervorragende Bildung in ihrem direktem Lebensumfeld zu ermöglichen und Schul-Tourismus zu vermeiden. Peter Gerigk, der Moderator der Veranstaltung, brachte es auf den Punkt: „Kurze Beine, kurze Wege.“

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Kategorien: ENneu - Von Ennepe und Ruhr, Herdecke, Kommunalpolitik, Sprockhövel | Hinterlasse einen Kommentar

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