Gutachter legen Grundstücksmarktbericht vor


(pen) Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben oder sein Traumhaus bauen möchte, sollte stets im Hinterkopf haben: Bis zum tatsächlichen Einzug muss viel Geld investiert werden. Um dieses nicht in den Sand zu setzen, lohnt es sich, den Wert der Immobilie und die Marktlage kritisch zu prüfen. Um hier Anhaltspunkte zu sammeln, lohnt es sich, einen Blick in den Grundstücksmarktbericht zu werfen.

Dieser wird alle 12 Monate vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Ennepe-Ruhr-Kreis aktualisiert. Jetzt liegt die Ausgabe 2011 vor. Grundlage für das umfangreiche Zahlenwerk sowie auch für die Bodenrichtwertkarten sind Kaufverträge, die 2010 geschlossen worden sind. Diese wurden vom Ausschuss ausgewertet, berücksichtigt werden dabei Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie von Eigentumswohnungen.

„2010 haben wir 2.051 Kaufverträge erhalten. Diese dokumentieren einen Gesamtumsatz von 338,3 Millionen Euro, flächenmäßig wechselten 358,2 Hektar den Besitzer. Diese Informationen sind ausreichend, damit wir die regionale Umsatz- und Preisentwicklung darstellen und über das Preisniveau informieren können. Damit leisten wir einen Beitrag zur Transparenz auf dem Grundstücksmarkt“, erläutert Jürgen Wagenbach, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Das Gremium ist für alle kreisangehörigen Städte mit Ausnahme von Witten zuständig. Witten unterhält als größte Stadt im Kreis einen eigenen Gutachterausschuss.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Grundstückmarktbericht bei 127 verkauften Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau einen Preisanstieg. Durchschnittlich wurden für den Quadratmeter 225 Euro bezogen auf ein 555 Quadratmeter großes Baugrundstück gezahlt, 2009 waren es 209 Euro. Kreisweit schwankten die Durchschnittspreise zwischen 180 Euro (Herdecke) und 265 Euro (Hattingen).

547 Ein- und Zweifamilienhäuser wechselten im letzten Jahr den Besitzer. Das sind 12 Prozent mehr als 2009. Bei den Eigentumswohnungen lauten die Vergleichszahlen 589 (2010) zu 543 (2009). Hier betrug das Plus damit 8 Prozent. Mit Blick auf die Preise heißt es im Bericht: Für freistehende Einfamilienhäuser wurden je nach Baujahr zwischen 186.000 und 335.000 Euro (2009 165.000 bis 325.000 Euro) gezahlt. Für eine neue, unterkellerte Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenendhaus waren es durchschnittlich 285.000 Euro (2009 270.000).

Einen deutlichen Preissprung gab es beim mittleren Preis für Neubaueigentumswohnungen. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 80 Quadratmetern kostet ein Quadratmeter 2.350 Euro und damit 125 Euro mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2008 berichtet der Gutachterausschuss sogar von einem Anstieg um 300 Euro. Entgegengesetzt verläuft der Trend bei Altbauwohnungen, wo die Preise eher leicht fallen. So kosteten Wohnungen der Baujahre 1980 bis 1989 im Durchschnitt 1.140 Euro/Quadratmeter Wohnfläche. „Preisabweichungen nach oben oder unten ergeben sich natürlich durch Lage, Ausstattung und Alter der jeweiligen Wohnung“, macht Wagenbach deutlich.

Wer ein Grundstück kaufen oder verkaufen möchte, als Gutachter eine Bewertung vornehmen muss oder für die Erbschafts- und Schenkungssteuer nach Anhaltspunkten für einen angemessenen Preis für den Quadratmeter Boden sucht, der kann auf die neuen Bodenrichtwertkarten zurückgreifen. Unter http://www.boris.nrw.de genügt die Eingabe des Städte- und Straßennamens sowie der Hausnummer und ein Kartenausschnitt verrät kostenfrei den aktuellen Bodenrichtwert. Die Bodenrichtwerte im Ennepe-Ruhr-Kreis werden erstmalig in Richtwertzonen ausgewiesen. Diese Zonen umfassen Gebiete, die nach Art und Maß der Nutzung weitgehend übereinstimmen.

Darüber hinaus können unter http://www.boris.nrw.de allgemeine Preisauskünfte zu Häusern und Eigentumswohnungen, die Grundstücksmarktberichte der einzelnen Gutachterausschüsse in NRW sowie Bodenwertübersichten und Immobilienwertübersichten der einzelnen Städte abgerufen werden. Die Bodenrichtwerte können auch in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Kreishaus, Hauptstraße 92, Schwelm, Zimmer 604/604a, Telefon 02336 /93 2687, eingesehen werden. Dort kann für 52 Euro auch der Grundstücksmarktbericht erworben werden.

Einzelheiten über Aufgaben, Zusammensetzung und Angebote des Gutachterausschusses sind im Internet unter http://www.gutachterausschuss.en-kreis.de zu finden.

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