Bildungspaket wird auch im EN-Kreis aufgeschnürt


(pen) Die Bundesregierung hat das so genannte Bildungs- und Teilhabepaket beschlossen, es ist seit wenigen Tagen Gesetz und kann umgesetzt werden. Wenn es darum geht, die für den Kreis bereitgestellten Mittel von rund 2,5 Millionen Euro zu verteilten, ist vor allem das Jobcenter EN gefordert. Leiter Heiner Dürwald erläutert, was wie und wo beantragt werden kann.

Herr Dürwald, was verbirgt sich hinter dem vom Bund auf den Weg gebrachten Bildungs- und Teilhabepaket?
Heiner Dürwald:
Das Bildungs- und Teilhabepaket soll eine zielgenaue pädagogische und kulturelle Förderung von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien ermöglichen. Unterstützt werden können alle Kinder und Jugendlichen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind das allein im Bereich Hartz IV rund 9.000.

Wer genau hat einen Anspruch auf die Förderung?
Dürwald:
Jeder, der Hartz IV, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Sozialhilfe erhält. Wer unterstützt werden möchte, muss dies allerdings beantragen. Da es verschiedene Teilleistungen gibt, kann es nötig sein, mehrere Anträge zu stellen.

Wer wendet sich an wen, wenn er eine Leistung beantragen möchte?
Dürwald:
Das Jobcenter EN ist mit seinen Regionalstellen Ansprechpartner für alle, die Arbeitslosengeld II erhalten. Empfänger von Sozialhilfe sind beim Sozialamt ihrer Stadt an der richtigen Adresse. Da das Land die Zuständigkeit für die Bereiche Wohngeld und Kinderzuschlag noch regeln muss, können diese Anträge momentan noch nicht bewilligt werden. Fristwahrende Anträge können aber zunächst ebenfalls bei den Sozialämtern abgeholt und abgegeben werden. Die Abgabe sollte bis Ende April erfolgen, nur so können sich die Betroffenen die Unterstützung rückwirkend ab 1. Januar sichern.

Was kann beantragt werden und gibt es finanzielle Grenzen, dafür, was ein Kind pro Monat erhalten kann?
Dürwald:
Möglich ist die Übernahme von Kosten für den Schulbedarf, für eintägige und mehrtägige Ausflüge von Schulen und Kindertageseinrichtungen, für Nachhilfeunterricht, für das Mittagessen in Schule, Kindergarten oder Hort, für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben sowie für die Schülerbeförderung.
Eine finanzielle Grenze, was ein Kind pro Monat erhalten kann, gibt es nicht. Ausnahmen gelten für den Schulbedarf (100 Euro/Schuljahr) sowie Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren (10 Euro/Monat). Zudem ist geregelt, dass die Eltern bei der Mittagsverpflegung einen Eigenanteil von 1 Euro pro Mahlzeit übernehmen müssen.

Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, was ist damit gemeint?
Dürwald:
Gefördert werden Kultur- und Freizeitangebote wie ein angeleiteter Unterricht in künstlerischen Fächern, also beispielsweise Musik- und Instrumentalunterricht, Malkurse oder museums- oder theaterpädagogische Angebote. Geld gibt es zudem für die Teilnahme an Freizeiten, die von den Pfadfindern oder ähnlichen Gruppen organisiert werden. Und auch die Beiträge für Sportvereine oder die Kosten für Vereinsangebote für Babys und Kleinkinder, die durch den Mitgliedsbeitrag abgerechnet werden, fallen in diesen Bereich. Abweichend von den anderen Leistungen gibt es diese Förderung aber nur bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Wie funktioniert die Unterstützung bei der Nachhilfe?
Dürwald:
Wenn die Versetzung in die nächste Klasse gefährdet ist, aber grundsätzlich eine positive Prognose für das Erreichen der nächsten Klasse vorliegt, kann eine Unterstützung der Nachhilfe in Frage kommen. Es gilt allerdings, dass kostenlose schulische Angebote vorrangig zu nutzen sind. Offen ist noch, wie der Förderbedarf dokumentiert wird. Wir streben hier eine Bescheinigung durch die Schulen an.

Und wie sieht es beim Schulbedarf aus?
Dürwald:
Für den persönlichen Schulbedarf, also beispielsweise für Schulranzen, Schulrucksack, Sportzeug und für den persönlichen Ge- und Verbrauch bestimmte Gegenstände wie Füller, Blei- und Malstifte und Taschenrechner, wird zu Beginn eines Schulhalbjahres pauschal ein zusätzlicher Geldbetrag ausgezahlt. Zum 1. August gibt es 70 Euro, zum 1. Februar 30 Euro. Anträge müssen nur gestellt werden, wenn das Kind jünger als 6 und älter als 15 Jahre ist. Im dazwischen liegenden Zeitraum erfolgt die Zahlung automatisch.

Was heißt „rückwirkende Gültigkeit“ des Gesetzes?
Dürwald:
Wer seine Anträge bis zum 30. April stellt, erhält die geltend gemachten Ausgaben rückwirkend zum 1. Januar.

Weitere Informationen und alle Details über die verschiedenen Leistungen unter http://www.jobcenter-en.de.

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Kategorien: ENneu - Von Ennepe und Ruhr, Schule & Bildung, Unternehmen & Verkehr | Hinterlasse einen Kommentar

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