Bewertungsportal beschert Hattinger Krankenhaus eine „Pole-Position“ vor 238 Häusern im Ruhrgebiet


H1-Bild: Archiv LRF/HAT

(red) Die medizinische Ausbildung für angehende Ärzte ist offenbar in kleineren Krankenhäusern besser als in den ganz großen Kliniken. Die Zahlen in einem Bewertungsportal für die die Lehre in Krankenhäusern lassen praktisch keinen anderen Schluss zu.

Das Evangelische Krankenhaus Hattingen (EvK, Rang 26) freut sich über die „Pole-Position“ im Ruhrgebiet. Dessen Schwesterbetrieb, die Augusta Kliniken in Bochum (Rang 67) freuen sich, dass sie in diesem Ranking Dritter der Ruhrgebietswertung sind: Lediglich das Marienhospital Gelsenkirchen liegt noch vor dem Augusta auf Rang 53 von 238 bewerteten Häusern.

Alle anderen Häuser des engeren Ruhrgebiets liegen weit hinten und selbst die renommierten Münchener Kliniken Großhadern (157) und rechts der Isar (160) können mit der Qualität ihrer Ausbildung offenbar nicht punkten.

Fast 8.500 Bewertungen (Stand 14. April 2011) sind auf dieser Seite bereits zusammengetragen worden. Der Fachschaftsrat Medizin der Universität Hamburg stellt sie schon über zwei Jahre zusammen. Unter der Internet-Adresse http://www.pj-ranking.de können die Jungmediziner ihre Ausbildung in Krankenhäusern bewerten und – viel wichtiger – sich frühzeitig umfassend und kompetent darüber informieren, wo sie ihr so wichtiges Praktisches Jahr (PJ) machen wollen.

Dabei wurde das EvK mit der Gesamtnote 1,6 bewertet, das Augusta mit 1,93. Das ist ein sehr gute „Zwei“. In die Bewertung fließt auch die Stimmung im Haus mit ein. Ein schöner Triumpf für die drei Häuser der Evangelischen Stiftung Augusta, die Lehrkrankenhäuser der Uni Duisburg Essen sind und schon 2009 hervorragend bewertet wurden.

„Das Praktische Jahr“, so zitieren die Hamburger die renommierte Ärztezeitung, „ist einer der wichtigsten Abschnitte in der Ausbildung angehender Mediziner. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Studenten bislang auf das Hörensagen weniger Kommilitonen verlassen mussten, wenn sie sich über die Qualität des PJ an einem Standort erkundigen wollten.“ Das ist nun viel einfacher.

Die Macher der Seite fordern ihre Kommilitonen zum Mitmachen auf, weil „wenig Lehre und Ausnutzung von PJ-lern in den Krankenhäusern“ die Folge seien, wenn das Praktische Jahre nicht entsprechend bewertet und beurteilt werde. Das Ranking, so die Hamburger, „schafft Transparenz.“
Manche Universitätskliniken kommen nicht gut weg – und die Ärztezeitung schrieb schon vor längerer Zeit dazu, dass sich „die Universitätsstandorte mit den schlechtesten Noten werden bemühen müssen, an der praktischen Ausbildung etwas zu ändern.“

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